Hospiz im Kompetenzzentrum Schönbühl, Schaffhausen SH

Im Rahmen einer kantonalen Strategie wurde in Schaffhausen ein Hospiz ins Kompetenzzentrum Schönbühl eingebunden. Mit ihren spezialisierten Palliative-Care-Kompetenzen ergänzt die neue Abteilung dort das Wohn- und Langzeitpflegeangebot für ältere Menschen. Eine Evaluation der Pilotphase gibt Auskunft über Herausforderungen und Gelingensbedingungen.

Projektbeschrieb

Das Kompetenzzentrum Schönbühl bietet verschiedene Arten von Wohnraum für älter werdende Menschen – 86 Heimplätze in der Langzeitpflege und 22 moderne Alterswohnungen mit Living Services und Heimanschluss. Ein Hospiz in einem separaten Gebäudetrakt mit eigenem Eingang ist im Oktober 2019 neu dazugekommen. Die Hospiz-Abteilung bietet spezialisierte Palliative Care für unheilbar kranke Menschen in komplexen Situationen. Damit ermöglicht es eine den Umständen entsprechend hohe Lebensqualität für die Endphase des Lebens. Die Abteilung besteht aus vier Einzelzimmern, einem separaten Bad, einem grosszügigen Aufenthaltsraum sowie einem Stationszimmer, in welchem auch die Gespräche mit den Betroffenen und ihren Familien stattfinden. Das vierte Zimmer ist ein Reservezimmer und kann bei Bedarf mit einem Nachtragskredit des Kantons ausgebaut werden. Die zweckmässig eingerichteten Einzelzimmer verfügen über je eine Dusche und bieten bei Bedarf Platz für ein zusätzliches Bett. Der Aufenthaltsraum hat eine eigene Küche. Ziel ist, dass sich die Angehörigen rund um die Uhr in der Station aufhalten und verpflegen können. Sie haben einen hohen Stellenwert, denn laut Geschäftsführer seien sie die Experten, wenn es um die Gewohnheiten und Bedürfnisse der Patienten gehe. Diese neue Abteilung wurde im Rahmen des kantonalen Palliativ-Konzepts genehmigt und für eine dreijährige Pilotphase mitfinanziert. 

Drei weitere Massnahmen gehören ebenfalls zu diesem Konzept. Dies ist zum einen ein ambulanter, mobiler Palliative-Care-Dienst, der Patienten zu Hause oder im Altersheim versorgt – bereitgestellt vom Team der Krebsliga Schaffhausen. Zum anderen ist am Kantonsspital Schaffhausen ein Fachmann für einen Palliativ-Konsiliardienst eingestellt worden, da die meisten Sterbepatienten noch immer im Spital in die Palliativpflege kommen. Und zum Dritten sorgt der private Verein Palliative Schaffhausen als Koordinationsstelle für eine verbesserte Zusammenarbeit aller Leistungserbringer. Kooperation ist in diesem Konzept ein wichtiger Bestandteil. 

Die Pilotphase des Hospizes wurde evaluativ begleitet. Der abschliessende Evaluationsbericht (2022, 40 Seiten) gibt die Erfahrungen aus den ersten zwei Betriebsjahren des Hospizes wieder. Auf diesen basieren auch die acht Empfehlungen der Autorinnen und Autoren an die Projektverantwortlichen. Die Empfehlungen markieren gleichsam die generellen zentralen Punkte, welche in der Planung und Umsetzung so gestaltet werden müssen, dass ein beständiges Hospizangebot möglich wird.

Dokumentation

Dokumentation 2022

«Hospiz Schönbühl» in Schaffhausen

Eckdaten

  • Trägerschaft

    Stiftung Schönbühl

  • Projektleitung

    Marcus Pohl

  • Projektlaufzeit

    2019–2022

  • Gesamtprojektkosten

    CHF 450’000

  • Beitrag der Age-Stiftung

    CHF 210’000